
Italien gegen Frankreich: Das letzte Gruppenspiel der Nations League
Am letzten Spieltag der Gruppenphase der UEFA Nations League 2022/2023 stand für Italien und Frankreich ein hochspannendes Duell auf dem Programm, das sowohl für die Azzurri als auch für die Équipe Tricolore von großer Bedeutung war. Das Spiel, das am 1. Juni 2023 im Stadio Giuseppe Meazza in Mailand stattfand, war nicht nur ein klassisches Freundschaftsspiel oder ein einfacher Qualifikationsauftritt, sondern ein entscheidender Moment in einem prestigeträchtigen Wettbewerb, der als Frühindikator für die kommende Europameisterschaft 2024 galt.
Für beide Mannschaften war es das letzte Gruppenspiel der Nations League-Saison. Frankreich, der amtierende Weltmeister, hatte in den vergangenen Partien gemischte Leistungen gezeigt, während Italien, nach der verpassten Weltmeisterschaft 2022, sich als Team unter Roberto Mancini in einer Phase der Neustrukturierung befand. Die beiden Mannschaften waren in einer Gruppe mit starken Gegnern wie Holland und Polen und kämpften um den ersten Platz in der Gruppe, der den direkten Einzug ins Final Four der Nations League sicherte.
Die Erwartungen an das Spiel waren hoch: Frankreich wollte seinen Erfolgskurs fortsetzen, während Italien versuchte, sich nach der Weltmeisterschafts-Pleite zu rehabilitieren und seine Fans zurückzugewinnen. Beide Mannschaften brauchten einen Sieg, um in den Halbfinals des Wettbewerbs zu bleiben – und die Nationen konnten sich die Niederlage nicht leisten.
Die Ausgangslage: Wer braucht den Sieg mehr?
Vor dem Anpfiff war klar, dass beide Mannschaften noch alles zu tun hatten, um ihre Ziele zu erreichen. Frankreich, das sich mit zwei Siegen und einem Unentschieden einen guten Stand in der Gruppe erarbeitet hatte, war darauf angewiesen, mindestens einen Punkt zu holen, um sich für das Final Four der Nations League zu qualifizieren. Der Sieg gegen Italien würde ihnen jedoch den Gruppensieg garantieren und sie als Erster in die nächste Runde führen.
Italien, das in den vorherigen Spielen in der Nations League eine gemischte Bilanz vorzuweisen hatte, war in einer weniger komfortablen Position. Der Verzicht auf die Weltmeisterschaft und die negativen Reaktionen auf die Mannschaft nach dem enttäuschenden Ausscheiden hatten Druck auf Mancinis Team ausgeübt. Italien brauchte nicht nur den Sieg gegen Frankreich, sondern auch ein gutes Torverhältnis, um als Gruppensieger oder zumindest als Zweiter in die Playoffs zu gelangen.
Beide Teams wollten sich beweisen: Frankreich wollte zeigen, dass der Weltmeistertitel von 2018 kein Zufall war und dass das Team mit Spielern wie Kylian Mbappé, Antoine Griezmann und Karim Benzema auch weiterhin auf höchstem Niveau spielen kann. Italien wiederum wollte sich für die schmerzliche Weltmeisterschafts-Qualifikation rehabilitieren und den Fans zeigen, dass sie eine Mannschaft mit Zukunft sind.
Die Aufstellungen: Key Player auf beiden Seiten
Die Startaufstellungen beider Mannschaften spiegelten die Ambitionen und die Form der jeweiligen Teams wider. Bei Italien setzte Roberto Mancini auf ein 4-3-3-System, das eine offensive Ausrichtung der Azzurri ermöglichte. Gianluigi Donnarumma stand im Tor, während in der Abwehrreihe Leonardo Bonucci, Giorgio Chiellini, Giovanni Di Lorenzo und Emerson Palmieri für Stabilität sorgen sollten. Im Mittelfeld waren Nicolo Barella, Jorginho und Marco Verratti die zentralen Akteure, die das Spiel lenken sollten, während im Angriff Ciro Immobile, Lorenzo Insigne und Federico Chiesa die Offensivpower bildeten.
Auf der anderen Seite stellte Didier Deschamps das Team der Franzosen mit einem 4-3-3-System auf, das viele seiner Topstars beinhaltete. Hugo Lloris stand im Tor, während die Abwehr mit Raphaël Varane, Presnel Kimpembe, Jules Koundé und Theo Hernandez gefestigt war. Das Mittelfeld wurde von Paul Pogba, Adrien Rabiot und N’Golo Kanté gelenkt, und die Offensive bestand aus den unaufhaltsamen Kylian Mbappé, Karim Benzema und Antoine Griezmann, die das Angriffsspiel prägten.
Der Spielverlauf: Ein spannendes und hart umkämpftes Duell
Das Spiel begann mit hohem Tempo, und beide Mannschaften drängten auf den Sieg. Frankreich versuchte, seine Offensive um Mbappé und Benzema schnell ins Rollen zu bringen, während Italien den Ballbesitz suchte und das Spiel kontrollierte, wobei das Team versuchte, über schnelle Flügelangriffe Druck zu erzeugen.
Bereits in der ersten Halbzeit zeigte sich, dass Frankreich im Angriff etwas gefährlicher wirkte, während Italien zwar Spielanteile hatte, aber Schwierigkeiten hatte, die präzise letzte Ballabgabe zu finden. In der 29. Spielminute kam es zum ersten Höhepunkt: Kylian Mbappé setzte sich auf der linken Seite durch und spielte einen scharfen Pass in den Strafraum, den Karim Benzema fast in ein Tor umwandelte, jedoch konnte Donnarumma den Ball gerade noch abwehren.
Italien versuchte, über den Mittelkreis in den französischen Strafraum vorzudringen, doch die starke französische Abwehr rund um Varane und Kimpembe zeigte wenig Lücken. Immobile und Insigne kämpften sich zwar durch, fanden aber keinen erfolgreichen Abschluss.
In der zweiten Halbzeit drückte Frankreich weiter. Paul Pogba und Adrien Rabiot übernahmen mehr Verantwortung im Mittelfeld und versuchten, das Spiel schneller zu machen. Doch Italien blieb stabil in der Abwehr und lauerte auf Konterchancen. Es war ein spannendes Hin und Her, bei dem die Franzosen den Großteil des Spiels dominierten, jedoch Italien nicht nur in der Abwehr stark blieb, sondern auch immer wieder eigene Chancen auf das Tor kreierte.
In der 67. Spielminute dann der Durchbruch für Italien: Ein brillanter Pass von Jorginho auf den Startspieler Federico Chiesa, der mit seiner Geschwindigkeit auf der rechten Seite durchbrach und den Ball vor dem Tor perfekt auf Ciro Immobile zuspielte. Immobile vollstreckte kalt zum 1:0 für Italien.
Dieser Treffer setzte Frankreich unter Druck, das nun mit aller Macht den Ausgleich suchte. Kylian Mbappé und Karim Benzema versuchten immer wieder, die italienische Abwehr auszuhebeln, aber Bonucci und Chiellini gaben nicht nach.
In der 87. Spielminute dann die Wende: Kylian Mbappé schickte einen perfekten Pass auf Karim Benzema, der im Strafraum plötzlich auftauchte und mit einem schnellen Schuss den Ball an Donnarumma vorbei zum 1:1-Ausgleich beförderte.
Das Spiel endete schließlich mit einem 1:1-Unentschieden, was für beide Mannschaften nicht ausreichte, um den Gruppensieg zu sichern. Italien hätte einen Sieg gebraucht, um sich direkt für das Final Four der Nations League zu qualifizieren, während Frankreich durch das Unentschieden und die damit verbundene Punktzahl als Gruppensieger in die nächste Runde aufstieg.
Fazit: Ein gerechtes Unentschieden
Das 1:1 zwischen Italien und Frankreich war ein gerechtes Ergebnis, das die Spannung und den hohen Wettbewerbsdruck widerspiegelte. Beide Mannschaften hatten ihre Chancen, den Sieg zu holen, aber das Unentschieden war insgesamt ein Spiegelbild der ausgeglichenen Kräfteverhältnisse. Während Italien weiterhin Schwierigkeiten hatte, in wichtigen Momenten die nötige Präzision zu finden, zeigte Frankreich erneut seine Stärke, indem es auf Rückstände schnell reagierte und sich zurückkämpfte.
Für Italien bleibt die Nations League ein Wettbewerb, in dem man noch nicht den ganz großen Durchbruch geschafft hat. Doch das Team hat gezeigt, dass es im internationalen Wettbewerb bestehen kann, wenn es die richtigen Lösungen findet. Frankreich hingegen hat sich als souveräner Gruppensieger durchgesetzt und geht mit viel Selbstvertrauen in die nächste Phase des Wettbewerbs.
Das letzte Gruppenspiel der Nations League war ein spannendes und lehrreiches Duell, das beiden Mannschaften wichtige Erkenntnisse für die kommenden internationalen Herausforderungen gab.